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Der allererste Mondriaan

Eine sorgfältig gemalte Tafel mit den Teichen des Haager Waldes, datiert “1887” und signiert “Mondriaan”. Nach Angaben des Kunsthändlers Simonis & Buunk handelt es sich bei den Großen Teichen im Haager Wald um das allererste Kunstwerk des weltberühmten Künstlers Piet Mondriaan. Es handelt sich um einen außergewöhnlichen Fund im Werk von Piet Mondriaan und einen einzigartigen Moment für das Museum Villa Mondriaan, das nicht nur das Werk, sondern auch die zugrundeliegende kunsthistorische Forschung ausstellt.

Bei einer Versteigerung wurde Die großen Teiche im Haager Wald noch als Werk von Frits Mondriaan, dem Onkel und Lehrer von Piet Mondriaan, angeboten. Der Kunsthändler Frank Buunk, dessen Kunsthandlung Simonis & Buunk das Gemälde momentan besitzt, war sofort davon überzeugt, dass es sich nicht um einen Frits, sondern um einen Piet Mondriaan handelt. Allerdings sind nicht alle Experten aufgrund der bisherigen Untersuchungen von der Echtheit des Werks überzeugt. Anstatt dass die Untersuchung des Gemäldes hinter verschlossenen Türen von Kunstexperten durchgeführt wird, werden alle Puzzleteile der Untersuchung in der Galerie präsentiert. So können die Besucher wie bei einem Detektivspiel oder einem Escape Room selbst ermitteln und die Frage beantworten: Ist Piet der Künstler oder ist Frits der Künstler?

Nicht nur der unterschiedliche Malstil, sondern auch die Signatur führen dazu, dass das Gemälde Piet Mondriaan zugeschrieben wird. Die auf der Tafel befindliche Unterschrift fehlte in der vom Kunsthandel Simonis & Buunk geführten Datenbank der Unterschriften von Frits Mondrian. Bei der Reinigung der Tafel wurde vermutlich das Monogramm “P.M.C.” entdeckt, was wiederum auf Piet hindeutet. Außerdem, so erläutert Buunk, korrespondieren die rote Farbe und die Schulhandschrift, mit der das Werk signiert ist, mit zwei Gemälden, die seit einiger Zeit in der Villa Mondriaan ausgestellt sind: Schiffe im Mondschein und Kirche am Wasser, beide aus dem Jahr 1890 und eine Dauerleihgabe der Gemeinde Bronckhorst.

Die Ausstellung Der allererste Mondriaan umfasst auch zwei weitere Werke, die einen besonderen Platz in Piet Mondriaans Oeuvre einnehmen: Landschaft bei Montmorency (1930) und Ufer der Seine (1931). Dies sind die letzten figurativen Werke, die er schuf. Nach 1931 arbeitete Mondriaan nur noch mit geraden Linien und abstrakten Farbfeldern. Auf diese Weise kontrastiert die Villa Mondriaan den möglichen Beginn von Piet Mondriaans künstlerischer Karriere mit dem Ende seines Schaffens als figurativer Maler.

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